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Mittwoch, 20. September 2017
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Blut & Dichtung 2007
 


-September 2007-

Der unangenehme Beigeschmack von „Blut und Dichtung“ – und dann dieser Pathos… in diesem Zusammenhang kann man ruhig sagen:
Das rechte Übel beginnt immer mit den Symbolen. Werden sie verboten, behalten sie ihre „Macht“ bei. Werden sie aber „benützt“, in anderer Form verwendet, verfremdet, verlieren sie ihre „Strahlkraft“. Dadurch sind „die Anderen“ quasi gezwungen, sich „neue“ bzw. andere Symbole zu suchen, die sie dann aber erst wieder populär, also massentauglich machen müssen … und das dauert.

WORT-WERK setzte direkt am Symbol selbst an. Denn wenn eine bekannte Poetin ihr Dichterinnenblut spenden soll – und das sollte sie - , dann ist dieser Ansatz doch ganz bewusst verbunden mit der allseits grassierenden Blut- und Boden Ideologie. Mehr noch, sie wird sogar benutzt, aber in und mit dieser Nutzung auf einer sehr konkreten, realen Ebene gleichzeitig völlig ad absurdum geführt.

Den Kern von „Blut und Dichtung“ bildete eine tatsächliche, also reale Blutspendeaktion in einem Blutspendebus des österreichischen Roten Kreuzes:
Die (Slam)-Poetin Mieze Medusa gab am 18.10. 2007 ihr Blut weiter, um ihren Beitrag zu leisten, die Kultur des Schreibens zu erhalten.

Die Blutspende wurde vom Rot Kreuz Wagen (Parkplatz Parkhotel) live in den Parksalon Villach übertragen. Vor der Leinwand lasen sechs junge NachwuchsautorInnen aus Kärnten eigene Texte, die in einer dreitägigen Schreibwerkstätte mit Harald Schwinger und Simone Schönett entstanden.

Indem Mieze Medusa  ihr Blut spendete (und nichts anders ist Literatur/Kunst – eine Spende an die Menschheit, nicht mehr und nicht weniger), nährte sie gleichsam in diesem Akt den „Boden“ für jene, die ihr nachfolgen werden (sofern ihnen, den Jungen, nicht auf diesem Weg als Dichter die Ausdauer ausginge, aber ginge sie aus, sie wären nie welche gewesen). Ihre anschließende Performance begann Mieze Medusa mit einem für die Veranstaltung geschriebenen Text: „Wer schweigt, der schweigt…“

Last, but not least wurde im Expertengespräch mit dem Blutspendedienst die Frage entschärft: „Hat man dieses oder jenes im Blut“.

Fazit: Nationalität lässt sich am Blut nicht ablesen – dennoch existiert vielerorts noch das Ius sanguinis, das Blutrecht der Abstammung als Begründung der Staatsangehörigkeit…


 

Clara Biller

Claudia Grabenwenger



Anna Aichhorn 


Robert Zaghloul

Elisabeth Kuttner

Mona-Lisa Lesacher

Simone Schönett & Harald Schwinger

Mieze Medusa bei ihrer Slam-performance

Mieze Medusa beim blutspenden
Fotos: © Eva Asaad


BLUT UND DICHTUNG
©WORT-WERK 2007
 

IDEE UND KONZEPTION
SIMONE SCHÖNETT
HARALD SCHWINGER
 

MUSIK
PUTTEN`OR directed by HARALD SCHWINGER
remixed by CHRISTOPHER AARON

TONSCHNITT
CHRISTOPHER AARON

LIVE-KAMERA
ROBERT SCHABUS

DANK AN DIE JUNGEN AUTORINNEN
 

CLARA BILLER

CLAUDIA GRABENWEGER

ANNA AICHHORN

ROBERT ZAGHLOUL

ELISABETH KUTTNER

MONA-LISA LESACHER

 

DANK AN

DAS ÖSTERREICHISCHE ROTE KREUZ
UND DIE STADT VILLACH

DANKE FÜR DIE UNTERSTÜTZUNG

EVA ASAAD, PATRICK EGGER, DR. MARGIT HUTZE, JEREMIAS OBERDORFER, CHRISTIAN STURM, HANNES WALCHER

SPEZIELLEN DANK AN

MIEZE MEDUSA

FÜR DIE SPENDE IHRES LITERARISCHEN BLUTES